Auszeichnungen

Öko-Projekte und soziale Initiativen wurden prämiert

Der Immobilienverwalter des Jahres steht fest: Die begehrte Auszeichnung gewann Bernd Hagenkötter von der Hagenkötter Hausverwaltung GmbH aus Hanau.

Er überzeugte die Jury mit einer umweltpolitischen Initiative: Im April 1997 ließ der Unternehmer in einer Eigentümergemeinschaft mit 48 Wohneinheiten in Maintal-Dörnigheim die drittgrößte thermische Solaranlage Hessens installieren. Den zweiten Preis des diesjährigen Wettbewerbs nahm Manuel Mojedarno für die Firmen Metropol/Impuls entgegen. Drittplaziertes Unternehmer ist die ostdeutsche Wohnungsbau-Genossenschaft Magdeburg mit seinem Vorstandsvorsitzenden Rolf Opitz.

Sichtlich bewegt nahm Hagenkötter den begehrten Pokal entgegen. Seine ersten Worte zum Gewinn: "Jetzt bin ich platt." Preisträger Hagenkötter forderte seine Kollegen auf, den Beruf des Immobilienverwalters noch stärker als "Dienst am Kunden" zu begreifen. "Wir müssen wegkommen vom reinen Abrechnungsverwalter. Was wir brauchen sind Verwalter mit guten Ideen und kreativen Konzepten."

Nicht der einfache Weg

Kreativität und Ideenreichtum hat Hagenkötter in seiner preisgekrönten Arbeit eindrucksvoll umgesetzt. Das Problem war die alte Heizungsanlage: Hierbei handelte es sich um ein überholtes Ein-Rohrheizsystem mit defektem Heizkessel. Die einfachste Sanierungsvariante hätte etwa 70.000 Mark gekostet. Hagenkötter: "Natürlich hätte ich diesen einfachsten Weg gehen können. Aber die Hausgemeinschaft wollte wissen, ob es für eine ökologische Anlage Zuschüsse gibt. So kam der Stein ins Rollen." Unter der Initiative und Koordination von Hagenkötter wurde eine teurere, aber ökologisch weiterdenkende Variante angestrebt. Kosten: 540.000 Mark.


Rund 80.000 Mark jährlich hatte die Eigentümergemeinschaft im den letzten fünf Jahren angespart, um die Rundumerneuerung der Altanlage zu finanzieren. Immerhin konnten 30 Prozent der Kosten durch Zuschüsse abgedeckt werden. Denn: Die Maßnahme fand die ausdrückliche Unterstützung der Hessischen Landesregierung. 20 Prozent der Kosten wurden vom Land Hessen getragen, zehn Prozent von der Stadt Maintal und anderen Förderern. In Hessen stehen umweltfreundlichen Projekten generell die Türen offen. Das hat die Arbeit erleichtert. Bei dem Bauvorhaben war viel Ideenreichtum gefragt. Lange Zeit war nicht klar, wie die Solaranlage auf das Dach transportiert werden soll. Hagenkötter fand die günstigste und gleichzeitig wohl auch spektakulärste Lösung: Ein Hubschrauber schaffte die tonnenschwere Anlage auf das Flachdach.

Reduzierte Energiekosten

Für Hagenkötter hat die Sanierungsmaßnahme zu herausragenden Effekten geführt: Durch die Erneuerung der alten Heizungsanlage durch eine Solaranlage benötigt das Gebäude jetzt 30 Prozent weniger Brennstoff. Außerdem konnte der Kohlendioxidausstoß der Anlage gesenkt werden. 28 Kollektoren tragen mit einer Einsparung von jährlich ca. 6400 Litern Heizöl und 16,5 Tonnen Kohlendioxid-Reduktion zur Gesamtbilanz bei. Fazit: Die laufenden Energiekosten wurden gesenkt. Das kommt auch den Bewohnern zugute. Die von Hagenkötter installierte Solaranlage erfüllt mit ihrer Gesamtbilanz schon heute die Zielvorgaben der Weltklimakonferenz, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahre 2005 gegenüber 1987 um 25 bis 30 Prozent zu senken.



Quelle: Der Immobilienverwalter, 7/98

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